Car Rig

Car-Rig Saugnapfstativ

Die Rig-Fotografie begeistert mich durch ihre komplexität, da nicht nur die Kamera allein zur Erstellung der „bewegten“ Bilder verantwortlich ist.

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Das Rig habe ich mit Glassaughebern und 30mm Aluminiumröhren selbst gebaut. Die Aluminiumröhren verfügen über ein Stecksystem, welches den Aufbau immens vereinfacht. Durch das Anbringen eines Stahlspannseiles können Diese auch nicht auseinanderfallen und werden automatisch fixiert. Zudem wird das Rig dadurch sehr kompakt und transportabel.
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Das Rig wird auf dem Auto montiert und die Kamera in 4m Entfernung angebracht. Da bei der Aufnahme das Fahrzeug statisch im Verhältnis zur Bewegung bleibt ist es auf dem Bild anschließend scharf. Der hintergund hingegen ist dynamisch durch die Bewegung des Fahrzeugs. Somit erscheint der Hintergund bzw. Umgebung als verschwommen oder verzogen.

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Viele Kritiker warnen vor dem Einsatz solcher Glassaugheber auf lackierten Autodächern. Beulen und Lackschäden können entstehen oder gar Saugkraft verlieren und im schlimmsten Fall Kameraequipment oder Fahrzeug beschädigen. Ich weise diese Argumente bei unsachgemäßen Gebrauch nicht zurück. Jeder Saugteller hat 50kg Tragkraft auf Zugbelastung. Bei vier tellern sind das 200kg – mehr als ausreichend. Vor Anbringung sollte die Oberfläche gereinigt und mit etwas Seifenwasser versehen werden. Nicht vergessen nochmals auf korrekten Sitz zu prüfen.
Schwierigkeiten bilden besonders gewölbte Flächen, sodass oft nur ein Saugteller angebracht werden kann. Weiterhin ist zu bedenken, dass der vordere Teller nur auf Druck und der hintere auf Zug belastet wird. Von einer Montage auf folierten Fahrzeugdächern rate ich ebenfalls ab. Es ist auch darauf zu achten die Saugteller auf Verstärkungen unter dem Blech zu befestigen, nicht auf frei tragendem Blech.
Ist das Stativ komplett aufgebaut gibt es beim Aufnehmen der Bilder noch einiges zu beachten. Bei einer gesamtlänge von 4m, von dem ca 1m auf dem Fahrzeug befestigt ist ergibt sich ein Überhang von 3m. Ich verwende ein EF 10-18mm Ultraweitwinkelobjektiv. Eine höhere Brennweite zu verwenden bedeutet einen kleineren Bildauschnitt. Dafür sind die 4m knapp bemessen. Die Konstruktion würde eine Verlängerung zulassen, ist jedoch aufgrund des biegsamen Aluminiums nicht anzuraten. Hier könnte eine Kohlefaserkonstruktion Abhilfe leisten.
Für optimale Bilder ist ein gutes Teamwork vorraussetzung. Das Fahrzeug wird bei der Aufnahme geschoben, bei laufenden Motor könnten sich Motovibrationen übertragen. Ebenfalls ist auf unebenen Boden zu achten. Die aufnahme (Langzeitbelichtung ca. >1,6 sek) wird erst ausgelöst wenn das Fahrzeug in Bewegung ist und nicht mehr beschleunigt. Für die Auslösung sollte ein Fernauslöser verwendet werden. Jeder Handgriff an der Kamera bedeutet Erschütterung.
Um eine Langzeitbelichtung (LZB) am Tag zu ermöglichen ist ein ND Filter (Neutral Density oder Graufilter) notwendig. Ich verwende einen variablen ND Filter mit einem Wert von 0-400. Die bessten Ergebnisse erziehle ich mit meinem EF 10-18 STM (IS eingeschaltet) bei einem Blendenwert von 10-13. Da der ND Filter bei hohen Werten eine Vignetierung hervorruft sollte man einen niedrigen ISO-Wert wählen um die Kamera möglichst Lichtschwach einzustellen. Nicht verzweifeln, es dauert ein paar Shots bis man ein scharfes Bild im Kasten hat.